Bürohund statt Kaffeepause – Wie ein vierbeiniger Mitarbeiter den Arbeitsalltag bereichert

Hunde im Büro? Einige Arbeitgeber erlauben es, während andere es ablehnen. Doch welche Vor- und Nachteile bringt die Anwesenheit von Hunden im Büro mit sich? Diese Frage wird in diesem Blogbeitrag diskutiert und die potenziellen Auswirkungen auf die Mitarbeiter und die Arbeitsumgebung werden beleuchtet.

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Immer mehr Unternehmen erlauben es ihren Mitarbeitenden, Bello oder Lenchen mit ins Büro zu bringen. Keine Frage: der Hund kann ein starker Gegenpol zum hektischen Arbeitsalltag sein. Er sorgt nicht nur für Freude und Entspannung im Büro, sondern kann auch die Produktivität steigern.

Eine Studie der Washington State University hat gezeigt, dass das Streicheln von Hunden effektiver gegen Anspannung hilft als herkömmliche Anti-Stress-Maßnahmen. Die Forscher haben nachgewiesen, dass schon nach zehn Minuten des Hunde-Streichel-Ereignisses das Level des Stresshormons Cortison beim Menschen sinkt. 

Doch wie sinnvoll ist es tatsächlich, wenn der Hund ein Teil des Büroteams wird? Diesen Fragen wollen wir hier auf den Grund gehen!

Immer mehr Unternehmen freuen sich über einen Bürohund

Die Anwesenheit von Hunden am Arbeitsplatz kann also Stress reduzieren und die Stimmung der Mitarbeiter heben. Der Bürohund sorgt für eine angenehme Atmosphäre und fördert zudem die zwischenmenschlichen Beziehungen unter den Kollegen. Voraussetzung für einen Bürohund ist jedoch eine gute Erziehung und ausreichend Platz im Büro.

10 Millionen Hunde leben in Deutschland und immer mehr von ihnen dürfen Bürohunde zu werden. Das wird übrigens durch zahlreiche Studien, unter anderem des Bundesverbandes Bürohund e. V. (BVBH) belegt. Mehr als 92 Prozent der Mitarbeitenden finden, dass Bürohunde das Arbeitsklima verbessern.

„Heutzutage wissen wir, dass sich die Arbeitnehmer auf einige Vorteile freuen dürfen, wenn es im Büro einen Hund gibt. Oxytocin, das sogenannte Feel-Good-Hormon, macht uns gesünder, loyaler, empathischer und auch zufriedener. Das Risiko, dass der Arbeitnehmer psychisch oder auch körperlich erkrankt, kann definitiv reduziert werden. Somit darf sich auch der Arbeitgeber über motivierte und gesunde Mitarbeiter freuen“, so Markus Beyer, der erste Vorsitzende des Verbandes Bürohund e.V.

Des Weiteren sind Hunde auch gerne in der Außenkommunikation gesehen. Das weiß auch Hermann, der Bürohund von „beepop media“, einem Unternehmen aus Hamburg. Er darf sich auf Instagram über extrem viele Fans freuen, die unter dem Hashtag #hermannsleeps skurrile Einblicke bekommen. Sven Wiesner, das Herrchen von Hermann, hätte sich zu Beginn nie gedacht, wie sehr Leute begeistert werden können, wenn der Hund ein Teil des Büroalltages wird.

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Da stellt sich die Frage, warum und inwiefern sind Bürohunde ein Gewinn für alle Seiten?

Die Vorteile von Hunden im Büro

Wie schon erwähnt können Hunde dazu beitragen, das allgemeine Wohlbefinden der Mitarbeiter zu verbessern, indem sie Stress reduzieren und die Stimmung aufhellen. Auch die Produktivität kann durch die Fellnasen im Büro gesteigert werden, da sie als natürlicher Stressabbau dienen und somit für eine entspanntere Atmosphäre sorgen. Ganz nebenbei tragen sie auch noch zur Förderung des Teamgeistes und der Kommunikation bei, indem sie als Eisbrecher fungieren und Kollegen zusammenbringen. Mitarbeiter:innen, die ihre vierbeinigen Lieblinge mit zur Arbeit bringen können, sind übrigens sehr viel stärker an ihre Arbeitgeber gebunden und damit weniger anfällig für andere Jobangebote.

  1. Stressabbau und erhöhte Produktivität durch Hunde im Büro
  2. Förderung der Mitarbeiterbindung durch Hunde im Büro
  3. Verbesserung des Teamgeists und der Kommunikation

Klare Pluspunkte also für den Hund, oder. Allerdings ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter respektvoll mit dem Tier umgehen und Rücksicht auf mögliche Ängste oder Allergien nehmen. Eine klare Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist hierbei unerlässlich.

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Die Herausforderungen von Hunden im Büro

Die Anwesenheit von Hunden im Büro bringt aber natürlich nicht nur Vorteile, sondern auch einige Herausforderungen mit sich. Es ist wichtig, die Bedürfnisse und Ängste aller Mitarbeiter zu berücksichtigen, insbesondere wenn es um Allergien oder Phobien geht.

Auch Hygiene- und Sauberkeitsaspekte müssen beachtet werden, um ein angenehmes Arbeitsumfeld zu gewährleisten. Es ist unabdingbar, dass die Mitarbeiter darauf achten, dass ihr Hund sauber und gepflegt ist. Außerdem sollten sie regelmäßig Gassi gehen, um Unfälle im Büro zu vermeiden. Auch das regelmäßige Reinigen des Arbeitsplatzes sowie der Bodenbeläge ist unerlässlich. Um mögliche allergische Reaktionen der Mitarbeiter zu vermeiden, sollten Hunde nicht in Bereichen herumlaufen dürfen, in denen Lebensmittel gelagert oder zubereitet werden.

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Doch mit ein paar einfachen Tipps kann ein hundefreundliches Arbeitsumfeld geschaffen werden. Es ist daher empfehlenswert, vor der Einführung von Hunden im Büro eine Umfrage unter den Mitarbeitern durchzuführen, um auf individuelle Bedürfnisse eingehen zu können. Ein offenes Ohr für die Bedenken der Mitarbeiter sowie entsprechende Maßnahmen sind unabdingbar für ein harmonisches Miteinander zwischen Mensch und Hund am Arbeitsplatz.

So sollten beispielsweise klare Regeln für das Verhalten der Hunde im Büro aufgestellt werden und ausreichend Platz zur Verfügung stehen. Mit Rücksichtnahme und guter Organisation können die Herausforderungen von Hunden im Büro gemeistert werden, sodass alle Mitarbeiter von den positiven Auswirkungen profitieren können.

  1. Allergien, Ängste und Phobien bei Mitarbeitern berücksichtigen
  2. Hygiene- und Sauberkeitsaspekte bei der Anwesenheit von Hunden im Büro beachten

Die Einhaltung dieser Maßnahmen trägt dazu bei, ein sauberes und hygienisches Arbeitsumfeld zu schaffen und somit eine angenehme Atmosphäre für alle Mitarbeiter zu gewährleisten – auch für diejenigen ohne Hund im Büro.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Gleiches Recht für Alle! Auch die Hunde brauchen im Büro ein Umfeld, in dem sie sich wohlfühlen können. Zum Beispiel braucht jeder Hund einen eigenen Platz und es sollten genug Futter- und Wassernäpfe vorhanden sein. Auch regelmäßige Spaziergänge und Auszeiten für die Tiere gehören zu einer angenehmen Zeit im Büro dazu.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter aufgeschlossen gegenüber Hunden sind und sich an bestimmte Regeln halten, wie zum Beispiel das Vermeiden von lauten Geräuschen oder das Nicht-Füttern der Tiere mit menschlichem Essen.

Folgende Rahmenbedingungen müssen unbedingt erfüllt sein, bevor das Tier in das Büro mitgenommen wird:

  1. Die Geschäftsleitung muss einverstanden sein
  2. Auch die Kollegen müssen einverstanden sein
  3. Kollegen, die Angst vor Hunden haben, sollten im Vorfeld kontaktiert werden
  4. Wichtig ist, dass sich im Unternehmen keine Allergiker befinden
  5. Der Hund benötigt einen festen Rückzugsort mit einem Schlafplatz, braucht tiergerechtes Spielzeug und auch einen Wassernapf
  6. Der Hund muss gut erzogen sein; wichtig ist, dass sich er sich auch für längere Zeit still verhalten kann oder auch mal alleine im Büro bleibt

Problematisch wird es natürlich, wenn sich im Team Mitarbeiter befinden, die panische Angst vor Hunden haben. Das heißt aber nicht, dass das Projekt Bürohund sofort beendet werden muss. Betroffenen Personen kann bei der Angstbewältigung geholfen werden – sofern diese das auch wollen. Hier muss der Halter jedoch vorsichtig und geduldig sein –Es kann mehrere Wochen dauern, bis der Hund von allen Mitarbeitern akzeptiert wird.

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Fazit: Ein harmonisches Miteinander ist möglich

Wenn es um die Frage geht, ob Hunde im Büro erlaubt sein sollten oder nicht, gibt es viele Argumente für beide Seiten. Von einer verbesserten Arbeitsatmosphäre über erhöhte Produktivität bis hin zu einem gestärkten Teamgeist – Hunde können dazu beitragen, dass das Büro zu einem angenehmeren Ort wird. Eine große Verantwortung, dass das funktioniert, liegt vor allem beim Hundehalter.

„Wer den Hund in das Büro mitnimmt, der muss dafür sorgen, dass sich das Tier wohlfühlt. Das heißt, dass der Hund sehr wohl über einen Rückzugsort verfügt“, so Lea Schmitz vom Tierschutzbund.

„Der Halter muss immer auf etwaige Stresssignale achten und in weiterer Folge auch reagieren können. Wichtig ist, dass sich der Halter in den Pausen mit dem Tier beschäftigt und darauf achtet, dass der Hund auch genügend Auslauf bekommt. Natürlich darf auch die Anfahrt nicht zu stressig sein. Hunde, die gerne mit dem Auto fahren und noch nie mit dem Bus oder der Bahn gefahren sind, können zu Beginn Angst haben.“

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, so spricht nichts gegen einen Hund im Büro. Vor allem hat der Mitarbeiter dann auch keine Schuldgefühle, wenn er einmal länger bleiben muss. Schlussendlich wartet der Hund ja nicht daheim – er liegt im Büro und genießt vielleicht sein etwas längeres Nachmittagsschläfchen.

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