Diversity Management – Vielseitigkeit im Unternehmen vereinen

Diversity Management im Unternehmen: So wie wir als Unternehmen alle Kunden gleich erreichen wollen und auch so behandeln, so sollte dies auch innerhalb eines Unternehmens der Standard sein. Und doch gibt es immer Menschen in unserer Gesellschaft, die in der Berufswelt ausgegrenzt werden.

Schon bei Bewerbungen wird dies ersichtlich. Sind Bewerbende zu alt, beherrschen sie vielleicht die deutsche Sprache nicht gut genug, gehören sie einer Institutionen an, welche die Sexualität repräsentieren oder sind sie geprägt durch eine Behinderung? Diese Menschen haben es trotz gleicher Eignung oft nicht leicht, anerkannt zu werden. Schnell sind Vorurteile da, ohne dass je mit ihnen gesprochen wurde.

Doch sind es genau diese Art von Menschen, die Know-how haben, anders denken und so frischen Wind in ein Unternehmen bringen. Denn aufgrund ihrer Lebensumstände haben diese Menschen oft einen anderen Hintergrund, andere Erfahrungen, um so neuen Input zu bringen.

Im Überbegriff steht dafür das Wort Diversity. Dieses beschreibt unterschiedliche Arten von Menschen, sowohl auch die Vielfalt aller. Diese Vielfalt der Mitarbeiter*innen bewusst mit einzubeziehen, darauf sollte nicht verzichtet werden. Facettenreiche Unternehmen sind nachweislich erfolgreicher. Sie sind offener, freundlicher, teamfähiger und sie ziehen kompetente Mitarbeiter*innen an. Diese Unternehmensführung steht unter dem Begriff Diversity Management.

Was bedeutete Diversity

Diversity heißt ganz einfach Vielfältigkeit. Im Prinzip sind wir das alle auf unsere Weise.

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Es betrifft jeden von uns. Viele Leute kämpfen regelmäßig um die Anerkennung ihrer Rechte und um selbst anerkannt zu werden (z.B. in Form von Demonstrationen).

Im speziellen spricht es folgende Faktoren an:

  • Das Alter
  • Das Geschlecht, egal ob männlich, weiblich oder transgender u.a.
  • Sexuelle Orientierung
  • Körperlich oder psychisch Benachteiligte
  • Ethnische und kulturelle Herkunft
  • Sowie Religion und Weltanschauung
  • Widerspiegeln der Persönlichkeit (Piercings, Tattoos, Dreads, etc.)
  • Sozialer Hintergrund

Es geht um das Klassifizieren oder um kontraproduktive stereotype Denk- und Verhaltensmuster. Menschen, die potenziell nicht dem eigenen Weltbild entsprechen, könnten „Umstände“ bereiten. Gerade in Familienunternehmen oder unter den Mittelständlern ist dies ein kritisches Thema. Denn es bedeutet ein Umdenken. Aufgrund verschiedener Vorurteile wird oft auch ein finanzieller Aufwand in einer Umstellung gesehen. Doch was viele Unternehmer nicht wissen, viele ihrer Mitarbeiter*innen sind bereits divers. Heißt, die Änderung findet in erster Linie im Kopf statt.

Diversity lässt sich mit einfachen Mitteln fördern 

Im Prinzip geht es um eine mitarbeiterorientierte Unternehmensführung. Aufgrund der Vielseitigkeit der Beschäftigten in einem Unternehmen, gilt es für den Unternehmensleiter für die unterschiedlichen Blickwinkel und Fähigkeiten offen zu sein, sie zu erkennen und diese entsprechend einzusetzen und nach Wunsch zu fördern. Nur so bleibt ein Unternehmen in Bewegung.

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Gemeinsam stark – trotz oder gerade wegen gegebener Unterschiede.

Ein Diversity Management sollte aber freiwillig stattfinden. Ohne gesetzliche Vorgaben sollte jeder in einem Unternehmen Vielfältigkeit leben dürfen. In erster Linie erfordert es Toleranz, Empathie und ein besonderes Maß an Geduld.

Umsetzen lässt sich dies ganz einfach über ein(e) konkrete(n)  Ansprechpartner*in, der dafür verantwortlich ist und schaut, dass alle Maßnahmen (welche allen Beschäftigten bekannt sind) gerecht umgesetzt werden. Auch ist er dafür da, um die Bedürfnisse zu erfassen und zu inkludieren.

Dazu bedarf es einer offenen Kommunikationspolitik. Allen Mitarbeiter*innen muss die Möglichkeit geboten werden im Rahmen des Diversity Managements offen reden zu können.

Hierfür sollte die Personalverwaltung entsprechend geschult sein, da diese das Bindeglied zwischen der Unternehmensleitung und den einzelnen Mitarbeiter*innen ist.

Ein wichtiger Punkt: Diversität sollte kein Grund sein, nicht entsprechend der Fähigkeiten im Unternehmen integriert zu werden, so auch in Führungspositionen.

Praktische Beispiele der Inklusion

Je nachdem wie divers ein Unternehmen ist, sind folgende Maßnahmen umzusetzen:

  • Behindertengerechte Zugänge
  • Förderung des älteren Personals und Bedürfnisse berücksichtigen
  • Flexible Arbeitszeiten und ein tolerantes Zeitmanagement ermöglichen
  • Nach Bedarf Gebetszeiten ermöglichen
  • Home Office zur Wahl stellen
  • Kantinen den Ernährungsbedürfnissen anpassen (z.B. vegan)
  • vielseitige Leitung und Führungskreise ermöglichen
  • Sprachbarrieren brechen

Dies ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Mitarbeiterbefragungen sind hierbei wichtig und lassen Sie das Kollegium mitsprechen. Diversity Management kann in verschiedene Bereiche eingreifen und macht eine Bedarfsanalyse notwendig. Doch wenn diesen gerecht wird, kann von Diversity im Unternehmen nur profitiert werden.

Einige Vorteile im Überblick

Verschiedene Blickwinkel – Perspektivenwechsel

Alle Kunden bzw. Kundinnen haben unterschiedliche Bedürfnisse, auf denen sie abgeholt werden wollen. Ob ein Unternehmen einen ökologischen Ansatz hat, es familienfreundlich ist oder tolerant, dies merkt der Kunde bzw. die Kundin und zieht es in seine Entscheidung mit ein. Diverse Teams in einem Unternehmen erfüllen die vielfältigen Marktbedürfnisse, ob bewusst oder unterbewusst.

Teambuilding

Jeder lernt von jedem und wird geformt. Vielseitige Menschen bringen verschiedenste Fähigkeiten mit, von denen jede(r) Mitarbeiter*in profitieren kann. Die Kommunikation wird zum Fokus in einem Unternehmen und der Austausch findet so automatisch statt. Die Zusammenarbeit wird gesteigert.

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Von Erfahrungen profitieren

Es ist egal, ob es um die langjährige Arbeitserfahrung älterer Mitarbeiter*innen geht, oder um Beschäftigte aus anderen Kulturen mit einem entsprechenden Bildungsweg. Hier lässt sich schlussendlich nur profitieren. Jüngere werden geformt, die Älteren bleiben im Geiste fit, die Horizonte werden erweitert.

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Voneinander lernen – so wächst ein Unternehmen

Gesteigerte Kreativität

Der Einblick in verschiedene Kulturen, Weltanschauungen und Lebensweisen öffnet neue Türen und Blickwinkel. Dies fördert automatisch die Kreativität. Und diese ist unablässig, wenn ein Unternehmen vorankommen möchte. Denn so entstehen zukunftsweisende Ideen.

Reduzierte Mitarbeiterfluktuation

Flexiblere Unternehmen sind attraktiv. Beschäftigte, die miteinander kommunizieren, sind offener. Mitarbeiter*innen sind, wenn es ihnen in einem Unternehmen gut geht, bedeutend produktiver und bleiben länger erhalten.

Leichteres Krisenmanagement

Unternehmen mit der entsprechenden Kreativität und dem Wissen aller Mitarbeiter*innen kommen leichter durch Krisen. Schnelle Ideenfindungen, leichtere Umsetzungen und vor allem ein flexibler Umgang in solchen Situationen sind Gold wert.

Gefahren im Diversity Management

Ein Umdenken ist nicht leicht, für niemanden. Dabei spielt es eine Rolle wie ein Jeder Zeit seines Lebens geprägt und erzogen wurde. Traditionelle und kulturelle Ausprägungen, die festgefahren sind (heißt, nicht offen für Neues sind), müssen gebrochen werden.

Sonst kommt es schnell zu Problemen wie Neid, Mobbing und Intoleranz. Quoten werden als Maß genommen, statt Fähigkeiten. Unterschiedliche Ansichten können zu häufigen, nicht fruchtenden Diskussionen führen.

Dem Gegenüberstehen sollten Unternehmen mit einer ausgeprägten Kommunikationspolitik und teambildenden Maßnahmen. Mitarbeiter*innen müssen die Möglichkeit haben, einander kennenzulernen, um eine gewisse Toleranz zu entwickeln. Die Beschäftigten müssen sich auch beweisen dürfen, um den Respekt für ihre Arbeit zu erhalten.

Eine offene Unternehmensführung heißt auch, eine offene Kommunikationskultur. Dies Bedarf Toleranz und Geduld von beiden Seiten, sowie ein hohes Maß an Empathie.

Optional helfen Institute mit Seminaren und Workshops, um generationsübergreifende und interkulturelle Beschäftigte zu vereinen.

Ansonsten ist ein(e) Ansprechpartner*in wertvoll. Jede(r) Mitarbeiter*in kann mit ihm reden und Probleme können so leichter gelöst werden.

Diverse Arbeitsplätze gestalten

So flexibel wie das Unternehmen ist, sind auch flexible Arbeitsplätze von Nöten, egal ob im Home Office oder im klassischen Büro.

Bewegungsförderung durch Steh- / Sitzschreibtische und entsprechende Stehhilfen sollten hier der Standard sein. Besondere Bedürfnisse können eine erhöhte Leuchtstärke sein, für die bessere Sicht und nach Bedarf auch mehr Akustikdämmer für mehr Ruhe im Raum.

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Flexible Arbeitsplätze lassen sich auf vielseitige Nutzer einstellen.

Die Arbeitsplätze sollten in jeden Fall barrierefrei sein: Für die verschiedenen Bedürfnisse bei Rollstuhlfahrer*innen sowie hör- oder sehbehinderten Beschäftigten sollte der Zugang zum Arbeitsplatz reibungslos gewährleistet werden. Dabei ist auch zu beachten, dass Sicherheitswege und Notausgänge barrierefrei sind und bleiben. Für einen besseren Fokus auf solche Maßnahmen gibt es zahlreiche Institute, die hierbei helfen. Genaue Informationen finden Sie auch in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten.

Für das Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen ist es unabdingbar, dass diese in die Gestaltung Ihrer Arbeitsplätze mit einbezogen werden. Hier spielen unterschiedliche Kulturen und Glaubensvorstellungen eine Rolle.

Wichtig dabei ist es auch, Ruhebereiche zu schaffen. Im Idealfall sind es abgetrennte Räume, die für die Regeneration, Meditation oder zum Beten geeignet sind. Aber auch Kommunikationsbereiche sollten geschaffen werden, um einen stetigen Austausch zu gewährleisten.

Schlussendlich ist es wichtig, gerade für Beschäftigte mit einem hohen Bedürfnis nach Flexibilität (wie Eltern), das Home Office mit anzubieten. Hier können sie ihre Arbeitszeit selbst einteilen und auch schnell einspringen, wenn die Familie sie braucht. Hier ein paar Tipps zum Thema Home Office. 

Fazit

In erster Linie klingen die Maßnahmen im Diversity Management nach viel Arbeit. Doch sollte solch eine Unternehmensführung in unserer modernen Gesellschaft jetzt schon Normalität sein. Wir sind alle unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und haben alle das gleiche Recht so zu sein, wie wir sein wollen. Dabei ist es egal, ob irgendwo ein Defizit besteht, welchen Glauben, welche Weltanschauung oder welche sexuelle Orientierung wir haben. Jeder möchte auf seiner Weise toleriert oder respektiert werden. Dies ist ein natürliches Bedürfnis, dem wir alle offen gegenüberstehen sollten.

Schlussendlich ist die große Hürde das eigene Denken. Viele Menschen wollen tolerant sein, doch sind sie durch geprägte stereotype Denk- und Verhaltensmuster festgefahren und es bedarf viel Selbstarbeit, dem entgegenzutreten. Hier hilft in erster Linie die Kommunikation und sich mit den verschiedenen Menschen auseinanderzusetzen. Fragen Sie sie, was sie denken, fühlen und wie sie behandelt werden wollen. Allein diese Offenheit wird viele Barrieren brechen.

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